Optimierung der Scheinerscheibe zum einfacheren Fokussieren
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Die Scheinerscheibe (im Englischen Sprachraum auch Hartmann-Maske genannt) ist ein einfaches und billiges Werkzeug, um das Teleskop für die Fotografie zu fokussieren. Man nimmt eine Pappscheibe, die die Teleskopöffnung abdeckt, schneidet zwei runde Löcher hinein und plaziert die Scheibe vor der Teleskopöffnung. Wenn das Teleskop defokussiert ist und man auf einen helleren Stern schaut, dann sind zwei Sterne in einem gewissen Abstand zu sehen. Nähert man sich dem Fokus, verringert sich auch der Abstand der beiden Sternbilder, bis sie sich im Fokus treffen und ein einziger runder Stern zu sehen ist. Eine Weiterentwicklung ist die modifizierte Scheinerscheibe, bei der die runden Löcher zu einem waagerechten und senkrechten Balken werden. Diese Kreuzschlitzmaske hat viele Vorteile, aber mag manch einem noch nicht genau genug sein. Deswegen habe ich versucht, durch experimentell eine Schlitzgeometrie zu finden, bei der es einfacher ist, zu erkennen, wann sich der senkrechte Schlitz genau in der Mitte des waagerechten befindet. Dazu wurde die Geometrie der Schlitze systematisch verändert. Das Ziel war, daß sich im Fokus ein senkrechter Strich mit einem X exakt in dessen Kreuzungspunkt schneidet. |
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In der obigen Sequenz ist links die Maske dargestellt und dann drei Bilder eines hellen Sterns fernab vom Fokus, bei der Annäherung an den Fokus und im Fokus. Während fernab vom Fokus die Form der Schlitze wiedergegeben wird, werden kurz vor dem Fokus bereits die "Spikes", Beugungsfiguren durch Beugung des Lichts am Spalt sichtbar. Außerhalb des Fokus sind sie doppelt, im Fokus schmal und mit variierender Helligkeit. Am erstaunlichsten mag aber sein, daß der senkrechte Schlitz einen waagerechten Spike produziert. |
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Um dieses unerwartete Verhalten zu analysieren wurde die Maske etwas verändert und führte dann zur obigen Sequenz. Wieder stehen die Spikes im Fokus senkrecht auf den Schlitzen. Das erklärt, warum dieser umstand bei einer rechtwinkligen Anordnung der Schlitze gar nicht auffällt, da ja dann die Spikes auf den jeweiligen anderen Schlitzbildern zu liegen kommen. |
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Damit ist klar: Der eine Schlitz muß waagerecht in die Maske geschnitten werden, damit er im Fokus einen senkrechten Spike erzeugt. Am einfachsten konnte ich das in meiner Versuchsmaske lösen, indem ich aus dem senkrechten Schlitz links ein Kreuz in Form eines Pluszeichens machte. Und siehe da: Probleme gelöst, im Fokus erscheint ein senkrechte Spike, der die übrigen Spikes in deren Kreuzungspunkt schneidet. Aber würde der Spike bei geringfügigen Abweichungen vom Fokus auch deutlich sichtbar seine Position ändern? |
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Die obige Sequenz zeigt das Resultat des Experiments, bei dem der Fokus ganz leicht in beide Richtungen verändert wurde. Der senkrechte Spike verändert signifikant seine Position relativ zum Kreuzungspunkt der anderen Spikes. Ziel erreicht! Es fällt dabei auf, daß die Spikes umso schärfer und deutlicher dunkle Unterbrechungen zeigen, je genauer der Fokus erreicht ist.
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