NGC 3184 mit SN2010dn im Großen Bären

Die Aufnahme entstand unter sehr ungünstigen Bedingungen und sollte nur dazu dienen, die Supernova SN2010dn zu dokumentieren. Von der Bildqualität bleibt diese Aufnahme hinter der letztjährigen Aufnahme mit der Watec-Kamera zurück.

Die Supernova SN2010dn wurde drei Tage vorher vom japanischen Amateurastronomen Koichi Itagaki entdeckt. Sie hatte zum Zeitpunkt meiner Aufnahme eine Helligkeit von 17 mag. Spektroskopische Untersuchungen von SN2010dn haben sehr schnell gezeigt, daß es sich in Wirklichkeit nicht um eine Supernova handelt, sondern um einen Superausbruch eines Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen (LBV) Sterns. Diese Sterne sind sehr massereich und selten. In der Milchstraße sind nur eine Handvoll von ihnen bekannt, unter ihnen eta Carinae und P Cygni. Gegen Ende ihres Lebens können sie heftige Massenauswürfe erleiden, bei denen sie erhebliche Anteile ihrer Wasserstoff- oder Heliumhüllen abwerfen, was mit einem plötzlichen enormen Helligkeitsanstieg um mehrere Größenklassen verbunden ist. Der Helligkeitsabfall zieht sich dann über viele Wochen, Monate oder sogar Jahre hin. Bei eta Carinae wurde so etwas in den 1870er Jahren beobachtet.

Da diese LBVs so selten, aber für die Modellbildung der Sternentwicklung sehr wichtig sind, stürzen sich die Profiastronomen auf jeden LBV, dessen sie habhaft werden können, um ihn genau zu studieren. Da Amateure diese vermeintlichen Supernovae aufnehmen, ohne daß es für sie wichtig ist, daß es sich dabei um LBVs handelt, haben sie oft schon Aufnahmen gemacht, bevor die Profis den Typ durch spektroskopische Untersuchungen bestimmt und mit eigenen Aufnahmen begonnen haben. In diesem Fall werden die Aufnahmen der Amateure für die Profis wichtig, die sie gern mit auswerten. So bin auch ich kontaktiert worden, nachdem ich meine Aufnahme auf www.supernovae.net veröffentlicht hatte. Vielleicht können die Profis ja etwas mit meiner Aufnahme anfangen, und dann kann es sein, daß sie mich in ihrer Veröffentlichung zur SN2010dn erwähnen.

Datum: 02.06.10, 23:31h MESZ

Optik: f=1180 mm f/5,0

Nachführung: Watec 120N an TVGuider

Gesamtbelichtungszeit: 27 min (Einzelbilder: 60 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

 

Diese schöne und große, aber weithin unbekannte Spiralgalaxie leidet sicherlich darunter, daß das Sternbild Großer Bär noch weit hellere und spektakulärere Galaxien beherbergt wie z.B. M 81 und M 101. Mit 70 Millionen Lichtjahren Entfernung gehört NGC 3184 nicht zur nur 12 Millionen Lichtjahren entfernten Gruppe um M 81.

Mit der neuen Aufnahme von NGC 3184 bin ich besser zufrieden, obwohl es auch dieses Mal sehr schwer war, die schwachen Ausläufer vom Untergrundrauschen zu trennen. Durch die starken Rauschfilter, die notwendig waren, werden einige Details wie z.B. die Sternhaufen am unteren Rand der Scheibe nicht als getrennte Sternhaufen aufgelöst und erscheinen als Striche. Zwar erschienen sie auf dem Summenbild auch nicht eindeutig getrennt, hätten aber eventuell besser herausgearbeitet werden können. Die Überlagerung mit einer Aufnahme aus 2007 brachte keinen Gewinn, da sie unschärfer und stärker verrauscht war.

Hübsch anzusehen ist auch die kleine Galaxie PGC 2181848, die in Kantenstellung und mit einem sehr hellen stellaren Kern etwa in der 10h-Position von NGC 3184 steht. Laut dem Sternkartenprogramm Cartes du Ciel sollen sich hinter der Scheibe von NGC 3184 ein Bogen von schwachen Hintergrundgalaxien aus dem PGC-Katalog befinden. Das kann ich aber auf Aufnahmen von Amateuren, die ich im Internet fand, nicht nachvollziehen. Alles, was ich im Bereich der Scheibe von NGC 3184 sehen kann, sind Sternhaufen und leuchtende Wasserstoffnebel. Es gibt allerdings um NGC 3184 herum einige schwache Galaxien wie der kleine diffuse Fleck in der 9h-Position. Ob die gemeint sind und die Position im PGC-Katalog etwas ungenau sind, weiß ich nicht.

Datum: 06.01.09, 03:25h MESZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 29 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

Dies ist mein erster Versuch, NGC 3184 abzulichten. Das Problem bei dieser Galaxie ist ihre sehr geringe Flächenhelligkeit. Gerade die Außenbereiche sind kaum aus dem Untergrundrauschen herauszulösen. Ich hatte deshalb versucht, mit einer ringförmigen Maske, den Untergrund besser in den Griff zu bekommen, indem ich ihn vom Bild subtrahiert habe. Das Ergebnis ist nicht wirklich befriedigend. (Ausschnitt)

Datum: 31.03.05, 22:29h MESZ

Optik: f=1480 mm f/6,3

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 32 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

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