AB Aur und SU Aur im Fuhrmann

AB Aur und SU Aur, die beiden hellsten Sterne in der Bildmitte, sind zwei junge Sterne, die die Hauptreihe noch nicht erreicht haben. Sie befinden sich im Grenzgebiet zwischen Fuhrmann und Stier, wo es ausgedehnte Dunkelwolken gibt, in denen viele neue Sterne geboren werden. Wenn sie sich nahe der Oberfläche einer Dunkelwolke befinden und es geschafft haben, durch ihren Sternwind und Strahlungsdruck den Staub in ihrer unmittelbaren Umgebung wegzublasen, dann können wir sie auch sehen. Die Dunkelwolke verrät sich durch die Sternarmut nördlich von AB Aur und SU Aur.

SU Aur ist der linke Stern und vom T Tauri Typ. Diese Sterne zeigen noch Helligkeitsschwankungen, die durch den Einfall von Materie auf ihre Oberfläche begründet sind. Ihr Licht wird noch von einem Teil der Staubwolke reflektiert, aus der sie sich befreit haben. Der sichelförmige Haken rechts am Stern ist dieser Teil der Staubwolke und so hell, daß er auf einem 10 Sekunden lang belichteten Einzelbild deutlich live zu erkennen war.

Der rechte und hellere Stern AB Aur ist ebenfalls noch in seiner Helligkeit variabel und sammelt auch noch Materie aus der ihn umgebenden Staubwolke auf. Davon schleudert er zu den Polen einen dünnen Strahl Materie mit hoher Geschwindigkeit wieder zurück ins All. Dieser Materiestrahl besteht aus elektrisch geladenen Atomen (Ionen), die im Magnetfeld des Sterns kollimiert und beschleunigt werden. Der Sinn dieses Materieausstoßes ist es, den Drehimpuls der einfallenden Materie abzugeben. Gelänge es dem Stern nicht, ihn auf diese Weise los zu werden, dann müßte er immer schneller rotieren und würde schließlich zerplatzen. Dort wo der Materiestrahl auf das umgebende dichtere Gas trifft, wird dieses durch die Kollisionen der Atome aufgeheizt und beginnt zu leuchten. Wir sehen diesen Effekt, der auch Schockfront genannt wird, weil dort die Ionen schockartig abgebremst werden, wie eine Bugwelle links unten am Stern. Sterne, die solche Effekte zeigen, findet man in großer Anzahl in Sternentstehungsgebieten wie z.B. auch dem Orionnebel M 42. Man nennt sie nach ihren Entdeckern Herbig-Haro-Objekte. Die Schockfront, die durch den Materiestrahl vom gegenüberliegenden Sternpol erzeugt wird, ist üblicherweise nicht zu sehen, weil sie von der Staubscheibe, die den Stern an seinem Äquator umgibt und aus der er noch Materie aufsammelt, verdeckt wird.

AB Aur soll mindestens einen Planeten, was aber bisher noch nicht durch eine zweite, unabhängige Messung bestätigt werden konnte. Wenn man genau hinschaut, sieht man um AB Aur eine bis zu SU Aur reichende Aufhellung. Dabei handelt es sich um einen Reflektionsnebel, der das Licht von AB Aur reflektiert. Er hat die Katalogbezeichnung GN 04.52.5.02.

(Ausschnitt)

Datum: 06.01.07, 01:58h MEZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 21 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

Zurück