PNG 75.5 +1.7 (Cygnus Bubble) und IC 4996 im Schwan

Der nebenstehende Ausschnitt ist ein Falschfarbenkomposit aus einer Aufnahme durch einen H-alpha Filter (rot) und einen OIII-Filter (blau). Für den Grünkanal wurden der Rot- und Blaukanal gemischt.

Der Planetarische Nebel wirkt nun deutlicher begrenzt, weil sein Rand fast vornehmlich im Licht der zweifach ionisierten Sauerstofflinie (OIII) leuchtet.

Datum: 21.06.10, 00:09h MESZ und 19.07.10: 23:25h

Optik: f=500 mm f/5,6

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: 70 + 80 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

Filter: 6nm H-alpha und 13nm OIII Filter von Astronomik

 

Der Planetarische Nebel PNG 75.5 +1.7 wurde erst 2008 vom Amateurastronomen Dave Jurasevich auf Aufnahmen mit Schmalbandfiltern entdeckt und fast gleichzeitig auch von einem zweiten Amateurastronomen, Mel Helm. Keith Quattrocchi hat nicht nur schöne Aufnahmen erstellt, sondern auch einen schönen Artikel über die unabhängige Entdeckung durch Mel Helm geschrieben. Dave Jurasevichs beschreibt seine Entdeckung hier. Der Nebel erscheint fast kreisrund und hauchzart, so daß viele Sterne durch ihn hindurchscheinen wie durch eine Seifenblase. Deswegen erhielt er auch den Beinamen Cygnus Bubble, also die Blase im Schwan. Im Unterschied dazu gibt es auch noch den länger bekannten Bunnle Nebula NGC7635 in der Kassiopeia, der aber kein Planetarischer Nebel ist.

Auf inzwischen im Internet verfügbaren Aufnahmen mit Schmalbandfiltern ist erkennbar, daß die Scheibe schwach in H-alpha strahlt, während der Rand durch Strahlung der zweifach ionisierten Sauerstofflinie hervortritt und der Planetarische Nebel so deutlich definiert wird. Leider scheint meint alter OIII-Filter aber für die Fotografie mit der Atik-Kamera nicht geeignet zu sein, so daß ich kein Komposit aus H-alpha und OIII erstellen konnte. Ein Kreis um PNG 75.5 +1.7 wird eingeblendet, wenn der Mauszeiger aufs Bild bewegt wird.

Links unten ist der offene Sternhaufen IC 4996 zu sehen. Die vier in seinem Zentrum eng zusammenstehenden Sterne erscheinen durch die Kontrastanhebung etwas überbelichtet zu sehen. Das war der Kompromiß, um den Planetarischen Nebel sichtbar zu machen.

Der Einsatz des schmalbandigen H-alpha Filters erlaubte sogar Aufnahmen bei Mondlicht. Vorteilhaft bei dieser Aufnahme ist auch, daß der neue 90mm Refraktor mit 500mm Brennweite ein wesentlich größeres Bildfeld als das C9 bei 1180mm darstellen kann.

Datum: 21.06.10, 00:09h MESZ

Optik: f=500 mm f/5,6

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: 70 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

Filter: 6nm H-alpha von Astronomik

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