NGC 3631 (Arp 27, VV 363) im Großen Bären

NGC 3631 ist ein wunderschönes Exemplar einer Spiralgalaxie, bei der wir fast genau von oben auf die Scheibe blicken. Die Arme heben sich als Kette heller Flecke von einer etwas schwächeren Scheibe ab. Bei den diffusen Flecken handelt es sich um riesige Sternentstehungsgebiete, entweder von massereichen, heißen Sternen zum Leuchten angeregtes Wasserstoffgas oder große Haufen junger, leuchtkräftiger Sterne. Dazu paßt auch, daß in den letzten 50 Jahren in NGC 3631 drei Supernovae beobachtet worden sind.

NGC 3631 sieht auf den ersten Blick wie ein Musterexemplar einer Spiralgalaxie aus. Auf den zweiten Blick fallen aber etliche Unsymmetrien auf. Die Arme setzen zwar gegenüberliegend am Kern an, teilen sich dann aber nach unterschiedlichen Strecken. Und die hellen Flecke im Südosten (links unten) scheinen nicht die harmonische Fortsetzung des nördlichen Arms zu sein und etwas isoliert im Raum zu stehen. All das könnte auf gravitative Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie hindeuten. Tatsächlich listet die astronomische Datenbank Simbad NGC 3631 auch als gravitativ wechselwirkende Galaxie auf unter der Nummer Arp 27 in Arps Katalog von Galaxien mit Besonderheiten und unter der Nummer VV 363 aus dem Katalog wechselwirkender Galaxien von Vorontsov-Velyaminov.

Aber wo ist der Partner, der Verursacher der Störung? NGC 3631 liegt in etwa 53 Millionen Lichtjahren Entfernung. Bei einer angenommenen Entfernung der beiden Partner von einer Millionen Lichtjahren entspricht das etwa 1 Grad am Himmel. In diesem Umkreis befinden sich aber keine größeren Galaxien, die in etwa die gleiche Fluchtgeschwindigkeit und damit gleiche Entfernung aufweisen. Arp hat NGC 3631 genau wie M 101 in die Kategorie Galaxien mit einem schweren Arm einsortiert, d.h. ein Arm ist besonders lang und abgeknickt. Vorontsov-Velyaminov fiel die große Anzahl von ionisierten Wasserstoffwolken (HII-Regionen) im Innern der Galaxie auf.

Datum: 17.03.09, 22:48h MEZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 25 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

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