M 91 im Haar der Berenike

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Diese Aufnahme von M 91 (oben) und NGC 4571 (unten) ist Teil eines Mosaiks des Felds um M 88 und M 91. Während M 91 ein Musterbeispiel für eine Balkenspirale ist, ist NGC 4571 eine normale Spiralgalaxie, bei der wir von oben auf die Scheibe blicken. Dennoch sind die Spiralarme schwer auszumachen, weil die gesamte Scheibe sehr hell ist.

NGC 4571 wurde von Wilhelm Herschel entdeckt und übrigens lange Jahre für das Objekt gehalten, das Messier als M 91 gelistet hatte. Erst später wurde die Nachbargalaxie als Messiers Objekt M 91 identifiziert. 1993 gelang es Astronomen mit Hilfe des Hubble Space Teleskops drei Cepheiden in NGC 4571 zu finden und mit Hilfe ihrer Lichtwechselperiode und scheinbaren Helligkeit die genaue Entfernung der Galaxie zu ermitteln. Sie beträgt ca. 60 Millionen Lichtjahre.

Nördlich von NGC 4571 liegt eine unscheinbare Galaxie, deren Eigenschaften aber umso faszinierender sind. Sie trägt den Namen Malin 1 und gehört zu den Galaxien mit geringer Flächenhelligkeit (LSB). Solche Galaxien sind häufig Zwerggalaxien. Nicht so Malin 1: Heutige Schätzungen attestieren ihr einen Durchmesser von 650.000 Lichtjahren, womit sie mehr als sechsmal so groß wie die Milchstraße und die größte je entdeckte LSB-Galaxie ist. Leider ist sie mit 1,1 Milliarden Lichtjahren sehr weit entfernt und deshalb nur ihr heller Kern als sternförmige Aufhellung sichtbar. Einen Überblick gibt die Veröffentlichung von N. Y. Sotnikova und anderen. Danach ist Malin 1 eine Spiralgalaxie, die vor langer Zeit einen ziemlich heftigen Zusammenprall mit einer massiven Nachbargalaxie gehabt haben muß.

Das Bild ist in voller Größe und mit Beschriftung beim Klick aufs Bild oder hier zu finden.

Datum: 29.04.13, 22:39h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 57 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Im Haar der Berenike und den angrenzenden Sternbildern gibt es so viele lohnenswerte Galaxien, daß es Jahre dauern würde, sie alle abzulichten. Sogar von den helleren und größeren Galaxien, die im Katalog von Messier verzeichnet sind, fehlten mir noch einige, so auch die schöne Balkenspirale M 91. Sie ist eine Balkenspirale par exellence. An den zentralen Balken schließen sich wie die Anker beim Elektromotor die hellen Ansätze der beiden Arme an, die sich dann in weitem Bogen um den Kern herumwinden. Nach einer Drehung von jeweils etwa 45° spalten sich die Arme auf in einen, der der bisherigen Krümmung folgt, und einen weiteren weiter nach außen strebenden Arm. Das Ganze spielt sich vor dem Hintergrund der sehr hellen Scheibe von M 91 ab. Während die Scheibe relativ strukturlos ist, sind in den Armen viele heller Knoten zu sehen, die Sternentstehungsgebiete repräsentieren. Bei genauerem Hinsehen sind die Arme nicht symmetrisch zum Kern angeordnet. der nördliche Arm windet sich wesentlich enger um den Kern als der südliche. Das sieht nach einer Störung durch den gravitativen Einfluß einer Nachbargalaxie aus.

Der diffuse Fleck oberhalb von M 91 ist die Galaxie PGC 169575. Unterhalb von M 91 ist die Spiralgalaxie PGC 169578 in Kantenlage zu sehen. Links unten leuchtet die Spiralgalaxie LEDA 41978. Sie ist mit über 400 Millionen Lichtjahren Entfernung ungefähr zwanzigmal so weit entfernt wie M 91.

Das Bild ist ein Summenbild aus zwei Aufnahmen.

Datum: 19.04.09 und 21.04.09, 23:40h und 00:17h MESZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 22+24 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

Das nebenstehende Bild ist mein erster Versuch, M 91 abzulichten. Die groben Strukturen sind schon zu erkennen, doch nicht so viele Details wie in der Aufnhame aus 2009.

(Ausschnitt)

Datum: 09.02.08, 00:57h MEZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 24 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

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